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Radioausbildung international


In Trägerschaft des Vereins medien ost e.V. startet bei Radio CORAX im September ein internationales Radioausbildungsprojekt, gefördert im Rahmen des Bildungsprogramms Leonardo da Vinci. Für die Schulung von All-Round Radiobroadcastern soll ein Pilotmodell getestet werden. TeilnehmerInnen sind zunächst Studierende und Arbeitslose aus Slowenien. Projektpartner sind neben Radio CORAX die Ecole Superiore de Journalisme de Lille, der Employment Service of the Republic of Slovenia, die faculty of Journalism, Slovenia, und Radio Agora, Österreich.

Europäisches Pilotmodell für die praktische Ausbildung zum All-Round Broadcaster

Ziel

Das Hauptziel des Pilotprojektes ist die Entwicklung eines europäischen Pilotmodells für die praktische Ausbildung zum All-Round Broadcaster, der über alle erforderlichen Fähigkeiten und das notwendige Know How verfügt, um eigenständig die unterschiedlichsten radiobezogenen Leistungen zu erbringen: Textproduktion, Werbung, Musikredaktion, Sound Effekte, Editieren, Postproduktion, Programmplaung und Programmmanagement u.a.


Organisation und Partner

Das Projekt wird koordiniert durch Radio Student, Slowenien, gegründet am 9. März 1969, in Kooperation mit seinen Partnern:

Ecole Superiore de Journalisme de Lille (ESJ), Frankreich

Faculty of Social Sciences, Chair of Journalism, Slowenien

Radio Agora, Österreich

Radio Corax and medien ost e.V., Deutschland

Employment Service of the Republic of Slovenia,

Journalismusstudentinnen und -studenten (von der Faculty of Social Sciences, Chair of Journalism, Slowenien, und Radio Agora, Österreich) und Arbeitslose, die registriert sind beim Employment Service der Republik Slowenien.


Hintergrund

Es gibt mehrere Gründe für uns, diesen Typus von Pilotmodell zu entwerfen. Während ihrer Arbeit in diesem Bereich haben die Projektpartner seit langem die Diskrepanz zwischen dem Wissen, das Studierende während ihrer Studiums an journalistischen Ausbildungseinrichtungen erwerben, und den Fähigkeiten, die Voraussetzung sind für die selbständige Arbeit in einer modernen europäischen Radiostation. Neben der theoretischen Basis sind journalistische Ausbildungseinrichtungen auch bestrebt, den Studierenden Praxiserfahrungen zu vermitteln. Allerdings verfügen sie in der Regel nicht über die entsprechenden Kapazitäten (Personal und Equipment). Radiostationen andererseits sind nicht qualifiziert für eine organisierte und umfassende Ausbildung von Nachwuchspersonal und versuchen, dieses Problem spontan und graduell zu lösen. Studierende selbst merken, dass sie adäquate theoretische Grundlagen während der Jahre ihres Studiums erworben haben, aber in praktischer Hinsicht nicht qualifiziert sind für eine unabhängige Arbeit in einer Radiostation. Diejenigen, die am meisten eine Ausbildung benötigen, die einem gut strukturierten Modell folgt, sind jedoch die Arbeitslosen, die sich ausgeschlossen fühlen aus der Arbeitswelt und arbeitsbezogenen Lernprozessen.


Struktur und Verlauf

Das vorläufige Rahmenmodell wurde auf der Basis unserer eigenen Erfahrungen und von Gesprächen mit Partnern - insbesondere mit der Ecole Superiore de Journalisme de Lille (ESJ) - sowie relevanter Literatur entwickelt (Wilby, Pete and Conroy, Andy (1994): The Radio Handbook, Routledge, London and New York; Crisell, Andrew (1994): Understanding Radio, Routledge, London and New York; BBC (1996): Producers´ Guidelines, British Broadcasting Corporation, London). Als nächster Schritt wird im Oktober dieses Jahres das erste Steering Committee- (Koordinierungsausschuss-) Treffen stattfinden, wo Repräsentanten der Partnerorganisationen zusammenkommen und den Modellentwurf vervollständigen und diskutieren sowie Kriterien festlegen zur Auswahl einer Gruppe von Studierenden. Im Anschluss werden die ausgewählten Studierenden von der Faculty of Social Sciences, Chair of Journalism, Slowenien, 4 Mitarbeitende (Studierende) von Radio Agora, Österreich, und die Arbeitslosen ein achtwöchiges Testtraining entsprechend dem Modell absolvieren.


Das Training wird durchgeführt werden von einer Gruppe von Radioexpert/inn/en, die im Rahmen des ersten Steering Committee-Treffens benannt wird. Das Ausbildungsteam wird regelmäßig Berichte erstellen, welche das erworbene Know How und die erlangten Fähigkeiten, Kommentare und Vorschläge zusammenfassen. Zugleich werden schriftliche Einschätzungen gesammelt von Mentorinnen und Mentoren, die die Testgruppe beobachten und ausbilden. Ein Teil des Testtrainings wird übernommen von Repräsentanten der Partnerorganisationen (jeder Partner wird zwei Tage des Testtrainigs übernehmen). Im Verlauf des Testtrainings wird das zweite Steering Committee-Treffen abgehalten werden. Dort werden die Projektpartner ermitteln, ob das Training, wie gewünscht, verläuft bzw. inwieweit Korrekturen sich als notwendig erweisen. Am Ende der Ausbildungsperiode wird eine Versammlung der teilnehmenden Studierenden und Arbeitslosen organisiert. Dort sollen u.a. die Tauglichkeit des Modells, erforderliche Veränderungen, die Angemessenheit der Zeitbudets für die individuellen Trainingseinheiten und der Themen, das Ausbildungsniveau bzw. das Niveau der vermittelten Standards diskutiert werden. Es folgt das dritte Steering Committee-Treffen, in dessen Rahmen alle Partner daran beteiligt sind, das Modell zu modifizieren, zu ergänzen und zu verbessern.


Im Folgejahr wird die nächste Gruppe von Studierenden und Arbeitslosen das überarbeitete Modell in ähnlicher Weise testen. Wir gehen davon aus, dass es in diesem Durchlauf weit weniger Korrekturen und Kommentare der Partnerorganisationen geben wird (jeder Partner wird zwei Tage des Testtrainings gestalten). Während der Ausbildungsperiode werden die Partner den Erfolg des überarbeiteten Modells im Rahmen des vierten Steering Committee-Treffens bewerten. Im Anschluss an das zweite Testtraining wird eine weitere Debatte mit den teilnehmenden Studierenden, den Arbeitslosen und Mentoren stattfinden.


Aus den zwei Gruppen, welche die Ausbildung absolviert haben, werden vier Mitglieder ausgewählt, die eine Woche lang ihr neu erworbenes Wissen bei Radio Corax in Halle, Deutschland, testen. Auf diese Weise werden wir endgültig feststellen, ob das Modell erfolgreich ist im europäischen Kontext. Schließlich wird das fünfte Steering Committee-Treffen reserviert sein für abschließende Korrekturen und Verbesserungen.


Im Ergebnis wird das Europäische Pilotmodell für die praktische Ausbildung zum All-Round Broadcaster seine abschließende Form erhalten. Daran anschließend wird das Modell publik gemacht in Form einer eigenen Projekt-Internetseite, und die Ergebnisse werden verbreitet.


Zielgruppen

Das Projekt wendet sich an vier Hauptzielgruppen.

1. Die erste bilden Studierende im Bereich Journalismus. Durch die Konstruktion eines europäischen Pilotmodells für die praktische Ausbildung All-Round Broadcaster wollen wir den Journalismusstudenten die Möglichkeit eines organisierten, geplanten und umfassenden Praxistrainings bei einer Radiostation anbieten. Auf diesem Weg werden die Studierenden Praxiserfahrungen erwerben, welche die Fachbereiche nur sehr schwer selbst liefern können, die aber unbedingte Voraussetzung für die selbständige Arbeit in einer Radiostation sind. Dies wird die Eignung und die Wettbewerbsfähigkeit der Teilnehmenden für den europäischen Arbeitsmarkt erhöhen.

2. Die zweite Zielgruppe sind Radiostationen. Durch die Anwendung des Modells werden sie in die Lage versetzt, eine organisierte und umfassende Ausbildung von Personal anzubieten, das - nach Abschluss des Trainings - über die Voraussetzungen für die selbständige Realisierung unterschiedlichster Radioaktivitäten.

3. Die dritte Zielgruppe bilden die europäischen Ausbildungseinrichtungen für Journalismus. Das Pilotmodell wird deren Curricula komplementär begleiten mit einer praktischen Ausbildung, welche sie nur sehr schwer selbst anbieten können, da sie nicht über die erforderlichen Kapazitäten verfügen (Experten und Equipment).

4. Die vierte Zielgruppe repräsentieren die Erwerbslosen. Arbeitslose mit geeignetem Basiswissen und Vorkenntnissen sollen in den Entwicklungsprozess des Modells und in die Testphase einbezogen werden. Wir wollen dadurch sicherstellen, dass sich das Projekt auch für jene eignet, die aus der Arbeitswelt und aus arbeitsbezogenen Lernprozessen längere Zeit ausgeschlossen waren. Potenzielle Nutzer der Projektergebnisse sind alle, die sich für die Arbeit in Radiostationen interessieren, auch ohne über spezielle Vorkenntnisse auf dem Gebiet des Journalismus zu verfügen. Allerdings sollte das Modell hierfür teilweise neu definiert werden, was bedeutet, dass mehr Gewicht auf die Theorie gelegt werden sollte.


Hypothese

Auf der Basis der beobachteten Situation sind die Projektpartner zu folgender Hypothese gekommen: Wenn die Entwicklung eines europäischen Pilotmodells für die praktische Ausbildung zum All-Round Broadcaster das Wissen, welches von journalistischen Fakultäten in Europa angeboten wird, und praktische Fähigkeiten, die notwendig sind für die unabhängige Arbeit in einer modernen europäischen Radiostation, verarbeitet, dann könnte ein solches Pilotprojekt die Ausbildung von hochprofessionellem Radiopersonal garantieren, welches fähig ist, unterschiedliche Aufgabenbereiche in modernen europäischen Radioanstalten eigenständig auszufüllen.


Anwendbarkeit

Die Projektpartner operieren in unterschiedlichen europäischen Ländern, wodurch es möglich wird, diverse europäische Berufserfahrungen, Traditionen, Wertsysteme und Mentalitäten im Prozess der Ausarbeitung des Pilotmodells zu integrieren und zu verflechten. Diese Vorgehensweise wird das Pilotmodell zu einem wirklich europäischen machen – verfügbar nicht nur in den technologisch hoch entwickelten Gebieten, sondern auch in den weniger entwickelten, insbesondere für die EU-Kandidaten zu. Wir planen das Pilotmodell zweimal zu testen: Im slowenischen Umfeld bei Radio Student und im englischen Verbreitungsgebiet bei der BBC. Dabei werden die erlangten Erkenntnisse auf der Basis des Modells gleichzeitig einem Test in zwei unterschiedlich entwickelten Radiolandschaften unterzogen werden. Das wird die Glaubwürdigkeit der erlangten Erkenntnisse erhöhen und zudem die Anwendung des Pilotmodells im Rahmen der größer gewordenen EU befördern. Als grundlegende Eigenschaft des Pilotmodells wird seine Flexibilität deutlich werden, welche es einfach machen wird, verschiedene Bedingungen ebenso einzubeziehen wie die unterschiedlich umfangreichen Lehrprogramme der europäischen Ausbildungseinrichtungen für Journalismus, ihre unterschiedliche technische Ausstattung und die unerschiedlichen Humanressourcen der Radiostationen.


Zugänglichkeit und Verbreitung

Ein verbessertes und getestetes Pilotmodell wird via Internet in der englischen, deutschen, französischen und slowenischen Sprache für alle interessierten Nutzer, speziell für europäische Journalismus-Ausbildungseinrichtungen und Radiostationen, zugänglich sein. Die Verbreitung der Informationen über das Pilotmodell, welches aus dem hier vorgestellten Projekt hervorgehen wird, und der Anreiz, dieses zu nutzen, werden von uns allen - der federführenden Organisation ebenso wie von den Projektpartnern - in unseren jeweiligen Arbeitsbereichen unterstützt. Weiterhin werden die Zielgruppen, die Hörerinnen und Hörer, mittels acht unterschiedlicher projektunterstützender Werbejingles - der radiophonsten Form der Kommunikation - angesprochen und motiviert, die Projektaktivitäten zu verfolgen bzw. an ihnen teilzunehmen. Die Jingles werden während der Durchführungsphase des Projekts zweimal täglich über die Frequenz von Radio Student ausgestrahlt werden und zugleich live und weltweit über die Internetseite des Radios gehört werden können: www.radiostudent.si.


Das Projekt wird gefördert im Rahmen des EU-Programms Leonardo da Vinci.

Internet:

www.radiostudent.si/all-round-broadcaster

www.interaudio.org


Kontakt in Deutschland:

info@interaudio.org


 


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